Sanierverfahren

Sperrputz-System

Dieses System dient zur Sanierung und Begrenzung der einwirkenden Feuchtigkeit auf Wänden in Räumen mit vorwiegend einfacher Nutzung wie z.B. Lagerkeller, Technikräume, Garagen, Fahrradkeller. Es handelt sich um ein Sperrputz-System, das auf der Innenseite der Aussenwände aufgebracht wird und durch die Kombination der Eigenschaften die Feuchtigkeit und Salzausblühungen reduziert. Ein kapillaraktiver Spachtel sorgt für einen Feuchteaustausch an der Wandoberfläche.
Das System ist nur für unbeheizte Nutzräume mit normaler Feuchtelast geeignet, da Feuchtesorption durch einen kapillaraktiven Spachtel nur bei geringem Feuchte- bzw. Dampfdruckgefälle sicher möglich ist.
Die schnelle und relativ einfache Ausführung ermöglicht eine kostengünstige Sanierung, die in den betreffenden Räumen eine einfache Nutzung für einen mittelfristigen Zeitraum ermöglicht.

Sperrputz-System mit abgekoppelter Oberfläche SikuSan

Bei diesem System werden die Wandoberflächen zunächst mit dem Sperrputz-System vorbereitet . Anschließend wird die Wand mit einer feuchtigkeitssperrenden Noppenbahn mit Putzträger versehen. Der dabei entstehende Luftraum von ca. 8 mm zwischen Wandoberfläche und Noppenbahn stellt eine thermische Entkoppelung des Putzes vom Mauerwerk dar. Durch die Noppenbahn kann keine erneute Salzeinlagerung in den neuen raumseitigen Wandputz erfolgen. Dadurch kann das System auch bei höchster Salzbelastung verwendet werden. Zusätzlich weist der raumseitige Putz erhöhte Wandoberflächen-Temperaturen auf, was Kondensateffekte minimiert.

Diffusionsfähige Wandsanierung mit abgekoppeltem Putzträger SikuSan

Hierbei handelt es sich um eine diffusionsfähige Wandsanierung mit thermischer und kapillarer Abkoppelung des raumseitigen Putzes vom zu sanierenden Untergrund. Diese Eigenschaften sorgen auch bei höchster Salzbelastung und ungünstigen klimatischen Verhältnissen für sehr dauerhafte Wandoberflächen. Gleichzeitig wird die tragende Wand vor Schäden durch Salzsprengung geschützt, da die Salzeinlagerung im SikuSan-Gewebe erfolgt. Das System verhält sich somit wie ein Sanierputz (Salzeinlagerung), jedoch mit einem ca. 10 fach größerem Salzspeicher, was eine sehr nachhaltige Lösung darstellt. Durch die thermische Abkoppelung kommt es zu deutlich reduzierter Schwitzwasserbildung am Putz (Kondensation). Durch die ruhende Luftschicht im Gewebe kommt es hinter dem Putz zu keiner Kondensation.
Es handelt sich um ein substanzschonendes Verfahren, da die Eingriffe in die Bauphysik der Bauteile sehr gering sind. Durch die volle Rückbaubarkeit wird das Verfahren auch im Denkmalschutz angewendet.

Sensorgesteuerte Kellerbelüftung

Die Feuchtigkeit wird nicht abgesperrt, sondern es wird ihr Raum gegeben, um durch die Bauteile zu gelangen, ohne dauerhaft Schäden anrichten zu können. Für erhöhte Ansprüche an die Nutzung der Räume hinsichtlich Raum-Luftfeuchtigkeit (wie z.B. Räume für zeitweiligen Aufenthalt von Menschen, Lagerkeller für feuchteempfindliche Gegenstände) ist eine Regulierung der Luftfeuchtigkeit sinnvoll. Dies kann durch eine sensorgesteuerte Kellerbelüftung einfach und effektiv erfolgen. Eine Steuerung erkennt mit Aussen- und Innensensoren die klimatischen Verhältnisse und steuert kleine Lüfter, die i.d.R. in der Fensterscheibe montiert sind. Dadurch wird der Überschuss an Feuchtigkeit automatisch ganzjährig weggelüftet. Der Stromverbrauch ist dabei sehr niedrig.
Diese Kombination ist z.B. bestens für die Sanierung feuchter Lager-/Mieterkeller geeignet, da sie ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis bei sehr guter technischer Sicherheit aufweist. Entscheidend ist hierbei die Abstimmung der einzelnen Komponenten aufeinander, Einzelmaßnahmen würden keinen Erfolg bringen.

Sensorgesteuerte Kellerentfeuchtung

Die Feuchtigkeit wird nicht abgesperrt, sondern es wird ihr Raum gegeben, um durch die Bauteile zu gelangen, ohne dauerhaft Schäden anrichten zu können. Für erhöhte Ansprüche an die Nutzung der Räume hinsichtlich Raum-Luftfeuchtigkeit (wie z.B. Räume für zeitweiligen Aufenthalt von Menschen, Lagerkeller für feuchteempfindliche Gegenstände) ist eine Regulierung der Luftfeuchtigkeit sinnvoll. Dies kann durch effektive Luftentfeuchter mit einstellbarer Luftfeuchtigkeit und Kondensatablauf erfolgen. Diese Geräte sind für den Dauerbetrieb konzipiert und müssen nicht beaufsichtigt oder geleert werden. Durch die integrierte Steuerung laufen die Geräte nur bei Bedarf, so z.B. im Hochsommer oder je nach Nutzung im Raum. Die Betriebskosten sind jedoch höher als bei der Kellerbelüftung durch eine Lüftungsanlage.

Diese Kombination ist z.B. bestens für die Sanierung feuchter Lager-/Mieterkeller geeignet, da sie ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis bei sehr guter technischer Sicherheit aufweist. Entscheidend ist hierbei die Abstimmung der einzelnen Komponenten aufeinander, Einzelmaßnahmen würden keinen Erfolg bringen.

Abdichtung mit Flächeninjektion

Zur Begrenzung des Sickerwassers, das von außen flächig auf die Außenwand einwirkt, sowie der kapillaren Feuchtigkeit von unten, ist in Kombination mit den zuvor beschriebenen Maßnahmen an den Wänden eine Flächeninjektion von innen geeignet. Hierbei wird die Wand von innen im Raster von 30 cm über die gesamte abzudichtende Fläche angebohrt. Über Injektionsventile wird im äußeren Wanddrittel flächig in der Wand eine Abdichtungsebene aus kunststoffbasiertem Abdichtungsmaterial eingebracht. Durch die Anordnung der Bohrungen stellt die Injektion gleichzeitig auch eine nachträgliche Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundamentbereich dar. Die Abdichtungsebene befindet sich also außen und unten, dort wo die Feuchtigkeit ansteht, obwohl die Bauteile nicht von außen aufgegraben werden müssen. Dadurch trocknen 2/3 des raumseitigen Wandquerschnittes aus. Die Austrocknung wird durch das SikuSan System befördert, gleichzeitig können die dabei hervorkommenden Salze durch die Salzeinlagerung im System keinen Schaden an den sanierten Wänden anrichten. Eine Austrocknung kann je nach Wanddicke und Durchfeuchtungsgrad mehrere Monate bis zu Jahren dauern.

Abdichtung mit Schleierinjektion

Die Schleierinjektion oder auch Vergelung ist ein Verfahren, bei dem erdberührte Bauteile mit Feuchtigkeitseintritt, wie Keller, Tunnel, Kanäle und Schächte, mittels Injektionsdichtung nachträglich abgedichtet werden. Bei der Schleierinjektion wird eine abdichtende Gelschicht zwischen Erdreich und Bauwerk verbracht. Die Abdichtung erfolgt mittels Polyacrylat-Gel von der Gebäudeinnenseite her.

Der Vorteil ist, dass zuvor durchfeuchtete Wandbaustoffe durch die außenliegende Abdichtung wieder bis nahezu zur Ausgleichsfeuchtigkeit abtrocknen können. Ebenso müssen die Bauteile nicht freigelegt werden, was bei enger Bebauung schwierig oder teilweise unmöglich sein kann. Im städtischen Umfeld befindet sich zunehmend mehr Infrastruktur unterhalb der Geländeoberkante, was ein Freilegen der Außenwände schwierig erscheinen lässt.

Nachträgliche Horizontalsperre Injektion

Der Nachschub von Feuchtigkeit und wasserlöslichen Salzen im gesamten Querschnitt der Wand wird durch eine Horizontalsperre abgeschnitten. Die dauerhafte Kapillarsperre bildet sich im Porenraum des Baustoffes durch Reaktion des Injektionsmaterials mit Wasser. Das hoch konzentrierte cremeförmige Injektionsmaterial vermischt sich mit dem in der feuchten Wand vorhandenen Wasser, wodurch das Wasser im Porenraum des abzudichtenden Baustoffes verbraucht wird und der Abdichtungslösung „Platz macht“. Dadurch kann auch bei sehr hohen Durchfeuchtungsgraden drucklos gearbeitet werden. Zudem wird der Wirkstoff kapillar über einen längeren Zeitraum von der Wand aufgenommen, als bei Verfahren mit flüssigem Wirkstoff und/oder Druckverfahren.

Nachträgliche Innenabdichtung / Negativabdichtung

Zur Beseitigung von aktiven Verdunstungsflächen ist eine sogenannte Negativabdichtung geeignet. Diese Abdichtung befindet sich auf der dem Wasser abgewandten Seite innen, also z.B. auf der Innenseite einer außen erdberührten Außenwand. Das System weist eine sehr hohe Haftung auf dem Untergrund auf, die größer ist als der mögliche von außen einwirkende Wasserdruck. Die Abdichtung hält sich praktisch am Baustoff fest, entgegen dem nach innen gerichteten Wasser- oder Wasserdampfdruck. Die Abdichtung wird von innen auf alle abzudichtenden Bauteile aufgebracht, stellt also praktisch eine innenliegende Wanne dar. In den besonders belasteten Übergängen zwischen Boden und Wand wird die Abdichtung zusätzlich von innen verstärkt. Bei Bedarf kann in wasserführenden Fugen (Aufstandsfläche der Wände auf dem Boden oder Fuge zwischen Bauteilen in der Fläche) zusätzlich von innen der anstehende Wasserdruck durch Injektion mit wasserreagierenden Abdichtungsstoffen reduziert werden.
Systembedingt behält der Wandquerschnitt eine hohe Durchfeuchtung, die aktive Verdunstung zur Raumseite kommt aber zum Erliegen. Über die nächsten Jahre pendelt sich der Durchfeuchtungsgrad über Sättigung in der Wand ein. Einer erhöhten Kondensatfeuchte aufgrund höheren Wärmeabflusses nach außen wird durch die Verwendung von feuchteregulierenden Leichtputzen mit erhöhtem Wärmedurchlasswiderstand entgegengewirkt.
Es handelt sich hierbei um ein seit Jahrzehnten erfolgreich angewendetes Sanierverfahren, mit dem selbst bei fließendem Wasser dauerhafte Innenabdichtungen hergestellt werden können.

Sanierputz

Die Hauptaufgabe von Sanierputzen nach WTA (anerkannte Regel der Technik) ist das Einlagern von Salzen und das Sicherstellen einer trockenen salzfreien Oberfläche. Die Salzeinlagerung in den Putz schützt den tragenden Wandbaustoff vor der Schädigung durch die salzbedingte Sprengwirkung.
Die Wahl eines ein- oder mehrlagigen Sanierputz-System ist abhängig von der festgestellten Salzbelastung. Das Sanierputz-System weist eine spezielle Porengeometrie auf und wird bei geringer bis mittlerer Salzbelastung eingesetzt. Wichtig ist grundsätzlich immer eine sorgfältige Untergrundvorbereitung bestehend aus dem Abschlagen des alten Putzes bis ca. 80 cm über den erkennbaren Schadensrand hinaus, Auskratzen von Mauerwerskfugen bzw. Fehlstellen und mechanischer Reinigung des Untergrundes durch Sandstrahlen oder Abkehren mit Stahlbesen.
Erst danach kann ein fachgerechtes Auftragen des Sanierputz-Systems stattfinden. Ein eventuell erneutes Auftreten von Salzen an der Oberfläche des Putzes kann systembedingt normal sein.
Ein Sanierputz ist bei nachrückender Feuchtigkeit immer nur eine sogenannte flankierende Maßnahme und sorgt zusätzlich zur Abdichtung dafür, dass die vorhandenen Salze nicht an die Oberfläche treten.
Eine Verwendung von Sanierputzen ohne vorherige Abdichtung geht stark zu Lasten der Standzeit des Sanierputzes. In diesem Zusammenhang wird oft von Opferputzen gesprochen.

Kellerabdichtung von außen

Eine der sichersten Lösungen zur Trockenlegung feuchter erdberührter Wände ist die Abdichtung der Kellerwand auf der erdberührten Außenseite. In der Regel werden diese Abdichtungen mit kunststoffmodifizierten Bitumen-Dickbeschichtungen oder mineralischen Dichtungsschlämmen ausgeführt. Wichtig ist dabei immer die Verwendung eines Produkt-Systems, da die gesamte Abdichtung nur so gut ist wie die Untergrundvorbereitung und die nachfolgenden Schutzlagen wie Anfüllschutz. Auch im Sockelbereich müssen Abdichtungen den hohen Anforderungen standhalten. Hier treffen unterschiedlichste Belastungen zusammen.
Bei der nachträglichen Außenabdichtung wird das Bauteil zunächst freigegraben. Nach Reinigung des Untergrundes kann eine Haftbrücke für Altbitumen erforderlich sein oder ein Abdichtungssystem für bisher nicht abgedichtete mineralische Untergründe. In jedem Fall wird der hoch belastete Wand-/Sohlen-Anschluss gesondert behandelt und mittels Dichtungskehle verformungsstabil verstärkt.
Nach erfolgter zweilagiger Abdichtung gemäß DIN 18195 in unterschiedlicher Trockenschichtdicke – je nach Lastfall – kann die Gelegenheit zur Wärmedämmung genutzt werden. Dazu werden geeignete Wärmedämmungen auf die durchgetrocknete Abdichtung geklebt. Anschließend wird das Gesamtsystem mit einer systemzugehörigen Anfüllschutz-Bahn geschützt und das Erdreich lagenweise verdichtet.

Die Wandflächen müssen als flankierende Maßnahmen zur Abdichtung auf der Außenseite zusätzlich innen saniert werden, um die Versalzung der Wandoberflächen zu berücksichtigen.

Sockelabdichtung

Neben der im tragenden Wandbaustoff kapillar vorhandenen Feuchtigkeit kann es auch in der vorderen Putzschicht außen (Sockelputz) zu einer wesentlich erhöhten Feuchtigkeitsaufnahme kommen. Auch wasserabweisend ausgerüstete Sockelputze neigen bei Staunässe zu kapillarer Feuchtigkeitsaufnahme. Diese Feuchtigkeit wird über die Geländeoberkante hoch weitergeleitet. In diesem Verdunstungsrand kommt es häufig zu beobachtbarem Ablösen von Farbschichten bzw. auch zu Putzschäden durch Frostsprengung. Verstärkt wird die Schädigung im Bereich von an öffentlichen Gehwegen angrenzenden Sockelflächen in der Regel durch wasserlösliche Salze aus Streusalzrückständen.

Zur Sicherstellung dauerhaft schadensfreier Wandoberflächen ist zunächst das Entfernen des Sockelputzes (min. 30 cm unterhalb Geländeoberkante) notwendig. Anschließend erfolgt eine Abdichtung des tragenden Wandbaustoffes mit einem salzbeständigen Abdichtungssystem, auf dem im Verbund ein Neuverputz mit geeignetem Sockelputz erfolgt. Der Sockelputz wird in der Regel unter Geländeoberkante geführt.
Nach Regel der Technik (Sockelputzrichtlinie des Stuckateurverbandes Ba-Wü) ist es erforderlich, den Bereich des Sockelputzes, der unterhalb der Geländeoberkante liegt, ebenfalls abzudichten. Dazu sind mineralische, flexible Dichtungsschlämmen sehr gut geeignet. Diese Sockelputzabdichtung soll unterhalb Unterkante Sockelputz im Verbund auf die Wandabdichtung geführt werden sowie bis mind. 5 cm oberhalb der Geländeoberkante geführt werden. Sämtliche Abdichtungen im Erdreich sind nach DIN 18195 Teil 10 mit geeigneten Schutzschichten zu versehen, hier kann eine zweilagige Noppenbahn mit aufkaschiertem Geotextil verwendet werden.
Die spätere Spritzwasserzone bis min. 30 cm über Geländeoberkante wird wasserabweisend grundiert und mit einer hoch wasserabweisenden jedoch diffusionsfähigen Siliconharzfarbe farbig beschichtet. Dabei kann der Abdichtungshochzug der Sockelputzabdichtung ebenfalls farbig beschichtet werden.
Durch die Verwendung von Siliconharzfarben kann je nach Notwendigkeit als Sockelputz auch ein geeignetes Sanierputz-System verwendet werden.